Die Geschichte von Pepe

Vergib ihnen nicht, denn sie wissen genau was sie tun…………..

 

 

 

Mein Name ist Pepe, ich wohne nicht bei dir nebenan. Nein, ich wohnte ursprünglich viele Kilometer entfernt in einem anderen Land. Das was mir die Menschen angetan haben, interessiert in deinem und in meinem Land niemanden so wirklich.

 

Ich habe nie ein schönes oder wenigstens einigermaßen erträgliches Leben führen dürfen. Aber als ich noch nicht im Verschlag des Tierheims sitzen musste, durfte ich wenigstens Tageslicht und die Sonne spüren.

 

Irgendwann brachte man mich in dieses Gebäude, dass ihr Tierheim nennt. Von Heim kann nicht die Rede sein. Mein Verlies war dunkel, dreckig und feucht. Meine Tage waren immer gleich dunkel und Futter gab es nur soviel, dass ich nicht verhungerte. Wie oft wünschte ich mir, dass ich einschlief und einfach irgendwo hin entfliehen konnte wo alles besser war. Nicht besser, dass ich von Luxus träumte. Besser, dass ich die Sonne und den Regen auf der Haut spürte. Das ich satt auf einer Wiese liegen dürfte und Hände mich streicheln. Einfach dieses Gefühl spüren, zu leben und das Leben zu genießen. Einfach nur die Hoffnung, dass der nächste Tag wunderbar wird.

 

Mein Traum erfüllte sich nicht. Mein Dasein war eine Qual. Meine Haut juckte ganz schlimm, da sich Ungeziefer auf mir niedergelassen hatte, auch in meinen Ohren. Vielleicht würden die Parasiten mich doch noch von meinen Qualen erlösen. Ich würde einfach darauf warten. Aber auch das Warten auf den Tod tat weh, da ich vor Hunger höllische Schmerzen ertragen musste.

Ich war ein Bündel Hund mit schlagendem Herzen, aber ich war innerlich tot.

 

Es kam irgendwann der Tag, dass eine Frau die ich vorher nie sah in meinen Verschlag kam. Ich sah ihr an, dass sie entsetzt war, als sie meinen dürren und geschundenen Körper sah.

 

Sie war es, die alles in Bewegung setzte, den Menschen hier klar zu machen, dass auch ich ein Recht auf Leben habe. Ebenso wie ihr, die ihr das hier lest, hat ein jedes Wesen ein Recht auf Leben.

Die Frau wusste, dass ich ganz schnell hier raus musste und ärztliche Hilfe brauchte. Es dauerte noch eine Weile, da man mich nicht einfach so hergeben wollte. Ein geschundenes Wesen verstecken die Menschen gerne. Ich möchte auch nicht viel berichten, denn es sollen noch andere Wesen diesen Ort hier verlassen dürfen.

 

Letztlich ist ja auch nur wichtig, dass ich zu einer Frau ziehen durfte, die sich um Tiere kümmert, die andere weggeworfen haben. Hier bekam ich erst mal die Milben in den Ohren behandelt, die sichtbar krabbelten. Das fand ich natürlich doof, da ich auch große Schmerzen hatte. Nun krieg ich immer bei der Behandlung so ein Ding auf mein Maul, damit ich nicht beißen kann. Es ist aber irgendwie ein Reflex, wenn sie nur in die Nähe meiner Ohren kommt.

Einen tollen Pullover habe ich auch bekommen, damit ich wegen den dünnen Pelzes und der vielen kahlen Stellen nicht frieren muss. Ein tollen kuscheligen sauberen Korb habe ich auch und was mich ganz doll freut – es gibt hier regelmäßig Futter und Wasser. Also mein neues Leben ist ganz so, wie ich es mir immer im Kerker erträumt hatte.

 

Aber ich habe noch einiges durchzustehen, denn es wird lange dauern, bis ich gesundheitlich wieder einigermaßen fit bin. Erstmal muss ich zu Kräften kommen und dann wird nach und nach geschaut, welche Behandlungen noch notwendig sind.

 

Da man das hier durch die schlechte tierärztliche Versorgung nicht so machen kann wie es sein sollte, hatte ich das große Glück, dass ich in eine Pflegestelle nach Bayern ziehen durfte.

 

Hier wohne ich jetzt bei Sina und ihrer große Familie, zusammen mit der Havaneser Hündin und den Alpakas.

Wie ihr sehen könnt, geht es mir schon viiiiel besser und wenn hier alles weiter gut läuft, darf ich hier wohnen bleiben.

 

Euer Pepe