Krankheiten

 

Woran erkenne ich, ob mein Hund krank ist

und wie verhalte ich mich ?

 

Die Symptome sind ebenso zahlreich wie beim Menschen.
Sie sollten jedoch gewisse Verhaltensweisen genau beobachten, die häufig auf Krankheiten hindeuten. Dazu gehört zum Beispiel die Verweigerung von Futter. Nur Sie selbst kennen Ihren Hund am besten. Es gibt manche Hunde, die von Zeit zu Zeit die Futteraufnahme verweigern. Wenn Ihr Hund sich jedoch üblicherweise begeistert auf sein Essen stürzt, ist die Verweigerung ein deutliches Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
Auch wenn das Tier sich weigert, sein Körbchen zu verlassen, nicht mehr spielt oder seine Menschen ignoriert, ist Vorsicht geboten.
Wenn Ihr Hund sich beim Hinsetzen häufig nicht gerade, sondern eher seitlich auf einen Schenkel setzt, empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt, da dies auf Hüft- oder Gelenkschmerzen hindeutet. Auch wenn das Tier beim Aufstehen „stöhnt“ und sich schwer hochzieht, ist sofort ein Besuch beim Tierarzt angesagt.
Erbrechen und Durchfall müssen nicht sofort auf eine Krankheit hindeuten. Es kann auch sein, dass das Tier das Futter nicht vertragen hat. Wenn die Symptome jedoch länger als 24 Stunden anhalten, sollten Sie ebenfalls einen Tierarzt aufsuchen. Starker Gestank beim Kotabsatz deutet auf eine bakterielle Infektion hin.
Kontrollieren Sie das Zahnfleisch des Tieres, wenn Sie das Gefühl haben, etwas stimmt nicht. Bei sehr hellem oder sogar farblosem Zahnfleisch sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn Sie mit ihrem kranken Tier zum Arzt fahren, machen Sie sich am besten vorher Notizen (es sei denn, es handelt sich um einen Notfall). So vergessen Sie beim Tierarzt nichts Wichtiges. Ihr Tier kann sich nicht ausdrücken und wird beim Tierarzt vermutlich ängstlich oder sogar panisch sein. In der Natur laufen Tiere, die alt oder krank sind, Gefahr, als Erstes von einem Fressfeind gerissen zu werden. In Stresssituationen wird Ihr Tier vermutlich die Symptome, die es 15 Minuten vorher Zuhause noch sehr stark zeigte, unterdrücken. Man kann dem Tierarzt daher häufig nicht vor Ort zeigen, wie sich das Tier verhält.


Schnittwunden und Bisse

 

Ist Ihr Hund verletzt worden, entweder durch ein anderen Tier oder durch eine Glasscherbe o.ä., müssen Sie sofort Erste Hilfe leisten. Dabei kommt es darauf an, wie schwer das Tier verletzt ist.
Bitte rechnen Sie damit, dass Ihr Hund vielleicht panisch oder aggressiv reagiert, wenn Sie sich ihm nähern. Optimalerweise kann Ihnen eine zweite Person zur Hand gehen, die dem Hund den Kopf hält und sicherstellt, dass Sie sich auf die Versorgung der Wunde konzentrieren können.
Fremdkörper sollten sofort aus der Wunde entfernt werden. Dafür eignet sich eine handelsübliche Pinzette. Reinigen Sie die Wunde optimalerweise mit abgekochtem Wasser, wenn Sie unterwegs sind, können Sie auch Trinkwasser aus einer Flasche nehmen. Tupfen Sie die Wunde vorsichtig mit einem sauberen Tuch ab. Bei starker Blutung sollte ein Druckverband angelegt werden, hierfür eigenen sich im Notfall auch T-Shirts oder Schals. Im absoluten Notfall, bei sehr starker Blutung, die sich nach kurzer Zeit nicht verringert, müssen Sie das verletzte Glied mit einem Gürtel, Strick oder Schal abbinden. Setzen Sie hierfür den Gürtel an der höchsten Stelle an, direkt unterm Bauch. Anschließend ziehen Sie den Gürtel fest zu. Wenn Sie zu dieser letzten Notallmaßnahme greifen, nehmen Sie keine Rücksicht auf Schmerzen durch das Zuziehen des Gürtels, da Ihr Hund sonst Gefahr läuft, zu verbluten.

Gleiches gilt für eine Bissverletzung. Wunde reinigen, Blutung stoppen und so schnell es geht zum Tierarzt. Suchen Sie bei Bisswunden IMMER einen Tierarzt auf. Wenn der andere Hund den Streit begonnen hat, sollte die Tierhalterhaftpflicht des Verursachers für den Schaden aufkommen. Beachten Sie, dass es eventuell zu einer Teilung der Rechnung kommt, wenn beide Hunde ohne Leine waren. Es kann jedoch bei Bissen schnell zu inneren Blutungen kommen und so ist ein Tierarztbesuch unbedingt notwendig.


Schock

 

Wenn der Hund durch einen Unfall, einen Beißvorfall oder durch eine Verletzung einen Schock erleidet, gilt schnelles Handeln. Als Erstes und noch vor der Beruhigung müssen Sie das Tier umgehend sichern, damit es nicht in Panik davonläuft. Ist es aggressiv, versuchen Sie mit einem Strick eine Schlinge zu formen. Machen Sie sich klein und nähern sich dem Tier leise und langsam. Sie können dabei leise Laute von sich geben, ein Gurren oder liebe Worte. Verzichten Sie auf „Schhhhh“, da das das Tier zusätzlich verunsichern kann. Nähern Sie sich langsam mit der Schlinge dem Tier und streifen Sie sie langsam und auf keinen Fall mit plötzlichen Bewegungen über den Kopf. Verharren Sie dann erst einmal in dieser Position. Danach können Sie sich weiter nähern und das Tier vorsichtig streicheln. Wenn möglich, erlauben Sie dem Tier, sich zurückzuziehen und sich zu erholen.
Wenn der Blutdruck absinkt (zu kontrollieren durch einen Blick auf das Zahnfleisch), das Tier anfängt zu zittern und sich der Speichelfluss erhöht, müssen Sie ebenfalls zum Tierarzt.


Die häufigsten Hundekrankheiten im Überblick

 

Durchfall

 

Die wohl häufigste Krankheit ist der Durchfall. Er kann verschiedene Ursachen haben, manchmal haben die Tiere einfach etwas nicht vertragen oder leiden unter Hitze. Ebeso kommen auch Futterunverträglichkeiten oder Darmbakterien in Frage. Auf Bakterien deutet oft ein sehr starker Gestank des Kots hin. Die letzten beiden Punkte müssen durch einen Tierarzt behandelt werden, jedoch muss man nicht zwangsläufig bei jeder Durchfallerscheinung direkt einen Arzt aufsuchen. Spätestens nach 48 Stunden ist der Besuch allerdings Pflicht. Wichtig ist vor allem immer die Bereitstellung von frischem Wasser, um Dehydrierung vorzubeugen. Bei Durchfall sollte das Wasser regelmäßig gewechselt werden, ca. alle 2 Stunden.

Möhrchensüppchen gegen Durchfall bei Mensch und Tier

Im 19. Jahrhundert entdeckt der Kinderarzt Professor Ernst Moro ein Rezept gegen Durchfall. Lange Zeit war nicht klar, wieso die Suppe wirkt, jedoch fanden moderne Forschungen heraus, dass durch die lange Kochzeit der Möhren Rezeptoren entstehen, die den natürlichen Rezeptoren des Darms ähneln und die deshalb von den Bakterien befallen werden. Gemeinsam mit diesen werden sie dann ausgeschieden.

Nehmen Sie für das Süppchen 500 g Bio-Möhren. Schälen Sie die Möhren und schneiden Sie sie in kleine Scheiben. Zusammen mit 1 Liter Wasser kochen Sie die Möhren über 1 Stunde hinweg ohne Topfdeckel.
Danach müssen die Möhren sehr fein püriert werden, so dass sich eine Suppe ergibt.
Im Anschluss fügen Sie nochmal 1 Liter abgekochtes Wasser und ca. 3 Gramm Kochsalz (handelsübliches Salz, am besten mit Jod) hinzu.

Erstaunlicherweise wird die Suppe selbst von Tieren, die sonst nur Fleisch akzeptieren, sehr gut angenommen. Sie können auch ein bisschen Hühnchenfleisch hinzugeben, um das Ganze noch schmackhafter zu gestalten.
Geben Sie viele kleine Portionen über den Tag verteilt.

Bitte beachten Sie: durch den hohen Wassergehalt ist der Hund auf die Einnahe von Salz angewiesen. Vergessen Sie deshalb keinesfalls die Zugabe von Salz!

Desweiteren nimmt Ihr Hund sehr viel Wasser zu sich und wird sehr viel urinieren müssen. Wenn Sie nachts nicht aufstehen möchten oder können, sollten Sie die letzte Zugabe der Suppe ca. 2 Stunden vor dem letzten Spaziergang geben.


Bewegungsapparat

 

Die zweithäufigste Erkrankung bei Hunden hängt mit Knochen und Gelenken zusammen. Besonders übergewichtige Hunde laufen Gefahr, an Athrose, HD, oder verkalkten und beschädigten Gelenken zu erkranken. Nahrungsergänzungsmittel können helfen, sollten aber nicht ohne Rücksprache mit einem Tierarzt angewendet werden.


Magendrehung

 

Entgegen der verbreiteten Meinung, dass nur große Hunde nach der Nahrungsaufnahme und Toben eine Magendrehung bekommen können, sind auch kleine Hunde betroffen. Es kann selbst beim Schlafen zu einer Magendrehung kommen.
Frühe Symptome sind ein harter Bauch, vermehrter Speichelfluss, farbloses Zahnfleisch und Hecheln. Begeben Sie sich umgehend in eine Tierklinik oder zu einem Tierarzt, der auf Operationen eingestellt ist, da ein operativer Eingriff unvermeidbar ist. Eine unbehandelte Magendrehung verläuft auf jeden Fall tödlich.


Diabetes

 

Diabetes beim Hund ist ähnlich wie beim Menschen relativ unproblematisch, insofern die Krankheit frühzeitig erkannt, medikamentös behandelt wird und sich alle an den Essensplan des Tiers halten. Achten Sie hier darauf, wie viel Ihr Hund jeden Tag trinkt; häufiges und „panisches“, hektisches Trinken ist das erste Anzeichen für Diabetes.
Diabetes muss unbedingt behandelt werden. Alle Familienmitglieder und Freunde müssen sich ohne Ausnahme an den mit dem Tierarzt vereinbarten Ernährungsplan halten. Trotz der Einhaltung der strengen Regeln kann es zum Schock kommen. Belegen Sie unbedingt einen Kurs in Erste Hilfe und erlernen Sie, wie Sie den Hund im Extremfall versorgen können, bis Sie bei Ihrem Tierarzt sind.


Augen und Ohren

 

Besonders Tiere mit hervorstehenden Augen neigen häufig zu Entzündungen. Oftmals hilft eine regelmäßige Reinigung mit handelsüblichen Feuchttüchern  (zur Entfernung von Augen Makeup), welche bei jedem Hund durchgeführt werden sollte. Wenn Ihr Hund jedoch häufig tränende und nässende Augen aufweist, ist auch hier ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich.
Der Gehörgang von Hunden verläuft gerade und lässt somit Schmutz und Unreinheiten widerstandslos eindringen. Sie sollten Ihrem Hund regelmäßig mit einem sauberen Tuch die Eingänge zu den Ohren reinigen. Führen Sie das Tuch jedoch auf keinen Fall direkt ins Ohr ein! Wenn Ihrem Hund die Haare in die Ohren rein wachsen, sollten Sie diese regelmäßig vorsichtig herauszupfen. Kratzt sich Ihr Hund häufig an den Ohren und drückt seinen Kopf fest gegen Ihre Hand, wenn Sie ihn dort kraulen, wird er nervös, wenn Sie in die Nähe seiner Ohren kommen oder knurrt sogar, haben Sie ein deutliches Zeichen, dass etwas nicht stimmt.


Wurmbefall

 

Der Befall mit Würmern hat eine hohe Spannbreite von relativ harmlosen Wurmbefall bis hin zu lebensgefährlichen Herzwürmern.
Die Symptome sind leider sehr unspezifisch. Wenn Ihr Hund sich nach dem Kotabsatz häufig am After juckt, mit dem Popo über den Teppich rutscht oder sehr intensiv am Darmausgang knabbert, kann das auf Würmer hindeuten, aber auch auf geschwollene Analdrüsen.
Wenn Sie den Verdacht hegen, Ihr Hund könnte von Würmern befallen sein, sollten Sie den Kot regelmäßig aufmerksam untersuchen. Weißliche, durchsichtige Fetzem im Kot deuten darauf hin, dass Teile der Darmwand enthalten sind – keine Panik! Das hört sich schlimmer an, als es ist, solange dieses Symptom schnell behandelt wird.
Bei Durchfall muss über mindestens drei Tage Kotproben gesammelt werden, aber selbst wenn der Befund negativ auf Würmer ist, heißt das nicht, dass keine da sind. Es kann sein, dass nur ca. alle 14 Tage Würmer im Kot zu finden sind.
Die für den Hund vor allem im Anfangsstadium relativ ungefährlichen Würmer können auf den Menschen übertragen werden und sind vor allem für Kinder und alte Menschen gefährlich. Wenn Sie bei Ihrem Hund einen positiven Test auf Wurmbefall haben, sollten auch Sie umgehend einen Arzt konsultieren.

Regelmäßige Wurmkuren ohne Anhalt für einen Befall sollten allerdings vermieden werden, denn diese schaden dem Tier und der Darm kann dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Anstatt einfach auf Verdacht eine Wurmtablette zu verabreichen, sollte zunächst eine Kotprobe beim Tierarzt untersucht werden und nur bei positivem Befund sollte der Vierbeiner behandelt werden.

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